Die Fotoausstellung "Mosambik" von Giulia Pedron wird eröffnet, gefolgt von Vertiefungen mit Gianpaolo Chiriacò.
Bis Montag, 30. November konnte man die Ausstellung besuchen, während der Öffnungszeiten der Bibliothek.
Im Rahmen dieser Fotoausstellung werden Bilder des mosambikanischen Volkes, von Nord nach Süd, gezeigt, das sich erst kürzlich von einem zerstörerischen Bürgerkrieg erholt hat. Die Bilder sind aus dem ehrlichen Blickwinkel der einsamen Reisenden, Giulia Pedron, entstanden. Giulia hat versucht, sich mit Hilfe der fotografischen Sprache aufrichtig und frei von jeglichen Stereotypen in dieses Volk hineinzuversetzen. Ausgehend von dieser Erfahrung wird sie mit Gianpaolo Chiaricò einen Dialog über das Thema Rassismus heute führen.
Wir leben in einer Ära nicht nur der Gleichgültigkeit, sondern auch der Verweigerung. Die Weigerung, Stellung zu beziehen, sich auf der Suche nach der Wahrheit zu informieren, den Anderen wahrzunehmen, als Mensch zu betrachten, wiederzuerkennen, auch wenn er anders ist. Und vor allem die Weigerung zu akzeptieren, dass Rassismus ein Teil unserer Geschichte und unserer Gesellschaft ist.
Hinsichtlich Rassismus ist es eine weitverbreitetes Phänomen, dass wir lieber Beziehungen zu denen haben, die uns äußerlich ähnlich sind und dass wir möglicherweise Schwierigkeiten haben, mit denen zu interagieren, die anders sind als wir. Dieser Mechanismus ist der Auslöser einer Reihe von Dynamiken, die unter bestimmten Bedingungen konkret zur Entstehung jener weit verbreiteten "neo-rassistischen" Tendenzen führen, die die Politik beeinflussen und sich in der Schule, in der Gesellschaft, in Fundamentalismen und bei rassistisch motivierten Straftaten bemerkbar machen.
Die Entmenschlichung von Personengruppen, die Bildung von Legenden, die Betrachtung des "Andersartigen" als Problem, sind Mechanismen, die zu einer mehr oder weniger rassistischen Gesellschaft führen.
Rassismus ist also nicht nur ein weit entferntes Phänomen einer anderen Epoche oder von politischen Extremisten. Er ist immer vorhanden und kann immer wieder auftreten, weil der Mensch eine gewisse Anfälligkeit für Rassismus bewiesen hat. Die Geschichte und eine kritische Herangehensweise an Probleme bleiben wahrscheinlich sein einziges Gegenmittel.
Giulia Pedron hat einen Abschluss in Fremdsprachen und Literatur mit einem Master in Fotografie von der IDEP in Barcelona. Mit ihrer Leidenschaft für Reisen, neue Kulturen und Traditionen betrachtet sie die Fotografie als eine Art des Geschichtenerzählens.
Gianpaolo Chiriacò beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Musik und Rassismus. Er ist Forscher an der Universität Innsbruck und hat an der Freien Universität Bozen Musikethnologie gelehrt. Drei Jahre lang forschte er in den schwarzen Bezirken von Chicago und erzählte darüber in dem Buch "Voci Nere. Geschichte und Anthropologie des afroamerikanischen Gesangs" (Mimesis, 2018).