20.00 Uhr
Filmclub (Dr.-Streiter-Gasse, Nr. 6, Bozen)

In diesen Tagen jährt sich zum 100. Mal das Ende des Ersten Weltkriegs. Grund genug für die Arbeitsgruppe „Geschichte und Region / Storia e regione“ gemeinsam mit dem Friedenszentrum der Stadt Bozen in zwei Veranstaltungen über Kriegsende und Frieden zu sprechen.

Der Filmabend im Filmclub Bozen am Mittwoch, 7. November, steht ganz im Zeichen der Frage, inwiefern das Ende eines Krieges auch tatsächlich mit dem Begriff „Frieden“ umschrieben werden kann oder ob nicht vielmehr darin wieder die Wurzeln für neue Konflikte eingegraben sind. Dabei wird u. a. das Thema der im Museo Alto Gardo zu besichtigenden Sonderausstellung „No War No Peace“ aufgegriffen, welche die Spuren konfliktträchtigen Friedensverträge über das gesamte 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachverfolgt. Der Ideator dieser Ausstellung, Raffaele Crocco, ist auch Leiter des Projekts „Atlante delle guerre e die conflitti del mondo“ und als Gast der Veranstaltung wird er mit den Historikern Karlo Ruzicic-Kessler (Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte, Freie Universität Bozen) unter der Moderation von Andrea Bonoldi (Universität Trient) über die regionalen historischen Aspekte und globale Phänomene des fragilen Friedensbegriffes diskutieren.

Vorab jedoch soll der 2016 erschiene und vielfach ausgezeichnete Film „Frantz“ von François Ozon die Stimmung am Ende des Ersten Weltkrieges einfangen: Die französisch-deutsche Koproduktion ist größtenteils in Schwarzweißbildern konzipiert und erzählt das Melodram von der Begegnung einer Deutschen (dargestellt von Paula Beer), deren Verlobter im Krieg fiel, mit einem französischen Ex-Soldaten (Pierre Niney) kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Der Film erzählt die Geschichte von vom Krieg zerrütteten Menschen, die in Friedenszeiten mit erfundenen Erzählungen die Vergangenheit hinter sich zu lassen versuchen.

 

 

Film
„Frantz“ (F/D 2016)
Regie: François Ozon
Darsteller: Pierre Niney, Paula Beer, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow
In Originalsprache (Deutsch/Französisch) mit italienischen Untertiteln
113 Minuten