18:00 Uhr
Rosenbach-Saal, Nikoletti-Platz, Bozen

 

Anlässlich der Todestage von Hans und Sophie Scholl von der Weißen Rose (22.02.) und des seligen Josef Mayr-Nusser (24.02.) beleuchtet der Schriftsteller Vincenzo Passerini ihre Geschichten und die vieler anderer Beispiele von Zivilcourage und zivilem Engagement, von der Vergangenheit bis zur Gegenwart, die er in seinem neuesten Buch "Spuren im Nebel" gesammelt hat.

Zweisprachige Veranstaltung

 

RednerInnen

Vincenzo Passerini - Autor des Buches

Hannes Obermair - Historiker Eurac Research

Alessandra Limetti - Schauspielerin

 

Einführung und Moderation

Paolo Valente - Direktor der Caritas Diözese Bozen-Brixen

 

In Zusammenarbeit mit der Stadt Bozen und dem Franca "Anita" Turra Hans Egarter Club.

Im Rahmen der Rolle Bozens als Stadt der Erinnerung 2022.

 

Gedenken bedeutet nicht einfach, sich an die Vergangenheit zu erinnern, sondern die Geschichten der Vergangenheit zu kennen, damit diese Geschichten zu unseren eigenen werden. Ausgehend von der Wichtigkeit dieses Prozesses werden wir gemeinsam mit dem Historiker Hannes Obermair über das Thema des "unbequemen Gedenkens" nachdenken und über die Schwierigkeit  der Erinnerung an Persönlichkeiten wie die jungen Leute der Weißen Rose und an Mayr-Nusser lebendig zu halten; Menschen, die in unterschiedlichen Staaten und Kontexten lebten, erstere in Nazi-Deutschland, letztere im Südtirol der Optionen, die dennoch die Kraft fanden, sich dem Nazi-Faschismus dank ihres gemeinsamen christlichen Glaubens sowie ihrer Freiheitsliebe entgegenzustellen. Eine Entscheidung, die ihnen ihr Leben kostete.

Vincenzo Passerini wird mit Paolo Valente über das Vermächtnis der Geschwister Scholl und Mayr-Nusser sprechen und darüber was sie mit den Beispielen von Gerechtigkeit von heute verbindet. Dabei betont er, dass es damals wie heute immer Männer und Frauen gibt, die bereit sind, für Wahrheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. „Sie sind Spuren im Nebel, sie sind Fußabdrücke in der Wüste, sie sind Leuchtzeichen in der Dunkelheit, sie weisen dir den Weg, den sie zuerst gegangen sind, oft auf eigene Faust, im Moment des Ja oder Nein geleitet von ihrem Gewissen, beseelt von der Leidenschaft für das Leben. Zeugen sind vor allem dies. Sie zeigen uns, was wir nicht sehen können. Ihre einzigartigen, unwiederholbaren Biographien bilden zusammen das Mosaik, die Notwendigkeit des Zeugnisgebens. Der Zeuge befindet sich im Inneren der Dinge, er ist in seiner Realität und seiner Zeit versunken, aber er macht uns glauben, dass eine andere Welt möglich ist.“ (Marco Damilano).

Die Beiträge der RednerInnen wechseln sich ab mit Lesungen der Schauspielerin Alessandra Limetti aus dem Buch "Tracce nella nebbia".