9.00-12.30 Uhr
Tagungsraum im Pastoralzentrum - Domplatz 2, Bozen

Tagung

 

In den letzten Jahren haben sich neue Kriegsfronten aufgetan und bereits bestehende Konflikte sind eskaliert. Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine, der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China und der Furcht vor den nuklearen Ambitionen des Irans geben die Länder der Welt immer mehr für ihre Rüstung aus, wobei die weltweiten Militärausgaben allein im Jahr 2022 um 4% gestiegen sind.

Bei dieser Tagung versuchen wir zu verstehen, was diese Abfolge von Krisen antreibt, welchen Einfluss die Kriegswirtschaft auf die Politik der Weltmächte ausübt und welche Rolle Italien in dieser Situation spielt. Und wir werden versuchen eine Alternative zu einer Welt in ständigem Konflikt anzubieten.

 

Vorträge von:

Fabrizio Maronta – Limes-Redakteur für internazionale Beziehungen

Stefano Lucarelli – Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität von Bergamo

Francesco Vignarca – Kampagnenkoordinator des Italienischen Netzwerks für Frieden und Abrüstung

 

Einführung und Moderation

Massimo Pallottino – Italienische Caritas

 

Initiative realisiert mit Unterstützung des Italienischen Netzwerks für Frieden und Abrüstung, des Pax Christi – Punto Pace Bolzano, des Gruppo Emergency Bolzano und der Alexander-Langer-Stiftung

 

Die Tagung wird mit einem Vortrag von Fabrizio Maronta über die globale geopolitische Lage und ihre Hauptakteure eröffnet, wobei Italien und Europa und ihre Reaktion auf die Krisen des Kontinents im Mittelpunkt stehen.

Anschließend geht Stefano Lucarelli auf die Beziehung zwischen den wirtschaftlichen Interessen eines Landes und seiner Kriegspolitik ein sowie auf den Einfluss des kapitalistischen Systems auf die Ausbreitung bewaffneter Konflikte in der Welt. Er wird insbesondere die Parallelen aufzeigen, die zwischen den wirtschaftlichen Mechanismen des Kapitalismus festzustellen sind, oder den erbitterten Wettbewerb zwischen den Kapitalien und ihrer anschließenden Zentralisierung in wenigen Händen sowie die globalen politischen Trends mit dem fortschreitenden Niedergang der pluralistischen Demokratien und dem Aufstieg politischer Bewegungen mit autoritären und unipolaren Visionen.

Anschließend spricht Francesco Vignarca über die Kriegswirtschaft in unserem Land. Von den exorbitanten Verteidigungsausgaben des italienischen Staates über die Interessen der Rüstungsindustrie in der Politik bis hin zur Bestimmung der in unserem Land produzierten Waffen wird Vignarca die Schlüsselrolle Italiens, des sechstgrößten Waffenproduzenten der Welt, beleuchten.

 

Eine Tagung, die darauf abzielt, ein klares Bild der aktuellen Situation zu vermitteln, die Bürger zu sensibilisieren, die aber auch mögliche alternative Wege aufzeigen will wie konkrete und tägliche Aktionen, die von der Basis der Zivilgesellschaft ausgehen, die sich seit Jahren für Bildung und eine Kultur des Friedens einsetzt.

 

Fabrizio Maronta ist Leiter der Abteilung Internationale Beziehungen bei Limes – Rivista italiana di geopolitica. Er schreibt nicht nur regelmäßig für Limes, sondern kommentiert auch geopolitische und energiestrategische Themen für nationale und ausländische Medien. Im Jahr 2020 bearbeitete er den Eintrag „Neoliberalismus“ für den Zehnten Anhang der Treccani-Enzyklopädie.

 

Stefano Lucarelli ist Professor für politische Ökonomie an der Universität von Bergamo. Er hat Aufsätze in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht, darunter im “Cambridge Journal of Economics” und im “Journal of Evolutionary Economics”. Er ist der Autor der Bände Squilibrio (mit R. Romano, 2018) und La guerra capitalista. Competizione, centralizzazione, nuovo conflitto imperialista (mit E. Brancaccio und R. Giammetti, 2022).

 

Francesco Vignarca ist Kampapagnenkoordinator des Italienischen Netzwerks für Frieden und Abrüstung, des Partners der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons und zusammen mit Senzatomica Initiators der Kampagne „Italia, ripensaci“ für den Beitritt Italiens zum Vertrag für das Verbot von Atomwaffen.