Präsentation des Buches durch Marina Della Rocca
Das Buch analysiert aus einer ethnoanthropologischen Perspektive die Aufnahmepraxis von Frauen mit Migrationshintergrund, die sich an ein Anti-Gewalt-Zentrum in Südtirol gewandt haben. Durch die Befragung von Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft und die Analyse der Dokumentation einiger Fälle wird die Verflechtung von institutioneller, sozialer und zwischenmenschlicher Gewalt deutlich, die das "Gewalt Mosaik" bildet, das ihre Erfahrungen gekennzeichnet hat.
Referenten
Marina Della Rocca - Anthropologin, Trainerin und Autorin des Buches
Marcella Pirrone - Rechtsanwältin, Präsidentin WAVE (Women against violence Europe)
Daniela Salvucci - Anthropologin, Freie Universität Bozen
ACHTUNG!
Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in das Alte Rathaus, Lauben 30, Bozen, verlegt.
Veranstaltung in italienischer Sprache
Das Buch bietet eine Analyse des beruflichen Habitus der Mitarbeiterinnen des Zentrums innerhalb eines sozialen und institutionellen Apparats, der die strukturellen Barrieren reproduziert, von denen Migrantinnen in Gewaltsituationen betroffen sind, und verdinglichende und ausgrenzende Politiken im Zusammenhang mit der Verflechtung von geschlechtsspezifischer Gewalt und Migrationsprozessen aufzeigt. Der Text ist vor allem eine engagierte Ethnographie, in der die Erfahrung der Autorin als Praktikerin die Methodik und die Ziele der Forschung bestimmt, die den Weg einer kollaborativen und angewandten Anthropologie geht. In diesem Sinne richtet sich das Buch nicht nur an diejenigen, die anthropologische Forschung betreiben, sondern in erster Linie an Akteure, die in Unterstützungsdiensten für Frauen mit Migrationshintergrund tätig sind, indem es die Erfahrung eines Anti-Gewalt-Zentrums bei der Reflexion über die eigene Arbeit und über die möglichen Wege der Stärkung von Frauen in Bezug auf ihre unterschiedlichen Subjektivitäten und spezifischen sozialen Positionen bietet. Sie stellt auch die historischen und politischen Wurzeln der Methoden von Anti-Gewalt-Zentren wieder her, indem sie sie mit einer intersektionalen Perspektive auf geschlechtsspezifische Gewalt vergleicht.
Die Frauenvereinigung Nissà, die Bibliothek Kultur der Welt, Liscià: Frauen erzählen Frauen und EVAA, Anthropologische Vereinigung Südtirols unterstützen die Initiative.