öffentliche Konferenz
Weltweit leben Millionen von Kindern in äußerst prekären Verhältnissen, die ihnen grundlegende Rechte wie Bildung, Sicherheit und die Möglichkeit einer menschenwürdigen Zukunft vorenthalten. In vielen Ländern werden sie aufgrund von Armut und sozialer Ungleichheit schon in jungen Jahren zu gefährlicher und unmenschlicher Arbeit gezwungen.
Angesichts dieser Realität entstehen Initiativen, um den Kreislauf der Armut durch Bildung und den Schutz der Grundrechte zu durchbrechen.
Eine dieser Initiativen ist der Verein „Sulla Strada“, der seit 25 Jahren Projekte für Kinder in Armut durchführt.
Referent
Carlo Sansonetti - Präsident des Vereins „Sulla Strada“, Experte für Marginalisierung in Italien und Lateinamerika
Einführung und Moderation
Claudio Cantisani – Lehrer
Konferenz in Zusammenarbeit mit der Bibliothek „Claudia Augusta“
Die Konferenz wird in italienischer Sprache abgehalten
Als Carlo Sansonetti und die Freiwilligen der von ihm gegründeten Vereinigung „Sulla Strada“, deren Präsident er ist, vor 25 Jahren in einem Dorf in Guatemala, La Granadilla, ankamen, sahen sie sich mit einer dramatischen Realität konfrontiert: Es fehlte an allem - Wasser, Licht, Straßen, sanitären Einrichtungen - und Tausende von Jungen und Mädchen waren gezwungen, unter extremen Bedingungen beim Bau von Knallkörpern und Feuerwerkskörpern zu arbeiten und mit Schießpulver umzugehen.
Tatsächlich sind Kinder mit ihren kleinen Händen ideal für den Zusammenbau von so genannten Maschinengewehren. Es ist eine entfremdende und gefährliche Arbeit, bei der sie 12 bis 14 Stunden am Stück über Holztische gebeugt mit Schießpulver hantieren müssen. Sie sind ständig der Gefahr von Explosionen und Verbrennungen ausgesetzt, die manchmal sogar tödlich sein können.
Der Bau einer Schule bedeutete, diesen Jungen und Mädchen eine andere Chance zu geben, eine Chance auf Wachstum und Wiedergutmachung.
Sie begannen mit einer Klasse von 22 Jungen und Mädchen, und heute, 25 Jahre später, beherbergt die Schule rund 350 Schüler.
Carlo Sansonetti hat seine Erfahrungen und dieses Lebensprojekt in seinem Buch "Perciò. Quando tutto crolla la verità si fa largo" (2022).
Carlo Sansonetti Garroni - seit 1982 engagiert er sich in der Welt der Ausgrenzung in Italien und Lateinamerika. Im Jahr 2000 gründete er die Vereinigung „Sulla Strada“, die sofort ein Projekt in Guatemala (Mittelamerika) zugunsten von Kindern startete, die mit Feuerwerkskörpern arbeiten. Dieses Projekt wird bis heute fortgesetzt. Seitdem zielen die Projekte des Vereins in Italien und Guatemala darauf ab, die Lebensbedingungen der kleinsten Jungen und Mädchen zu verbessern.