Öffentliche Konferenz
Wie äußert sich die Plage der Arbeitsausbeutung in Italien? Wie viel von dem, was wir im Supermarkt kaufen, ist Frucht des Caporalato? Was kann man tun, um das Phänomen zu bekämpfen? Und vor allem, wer sind die Menschen, die auf den Feldern unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten?
Gemeinsam mit Marco Omizzolo, Soziologe, Eurispes-Forscher und Autor zahlreicher Bücher zu diesem Thema, werden wir über das Caporalato aus einem oft ignorierten Blickwinkel sprechen: dem der ausgebeuteten Arbeiter, die sich dafür entscheiden, gegen die Unterdrückung zu kämpfen, in einem Land das entschieden hat sie nicht wahrzunehmen.
Sprecher
Marco Omizzolo - Soziologe, Eurispes-Forscher und Präsident von InMigrazione
Einführung und Moderation
Ermira Kola - Vertreterin der Langer-Stiftung
Veranstaltung in Zusammenarbeit mit die A. Langer-Stiftung
Während der Konferenz werden wir die Geschichten von Landarbeitern, Männer und Frauen, Italiener und Migranten kennen lernen, die sich ihrer Rechte bewusstwerden und den Mut finden, sich gegen den "caporalato" und die Agrar Mafia aufzulehnen, sich zu organisieren, zu streiken und aus ihrer Unsichtbarkeit herauszukommen.
Insbesondere werden wir etwas über den Mut von Frauen erfahren, die den Weg der Erlösung wählen. Ihr Kampf ist ein doppelter: Neben dem Kampf um die Befreiung von der Ausbeutung geht es auch um den Kampf gegen die Unterdrückung der Geschlechter. Ihre Emanzipation besteht nicht nur in der Forderung nach menschenwürdiger Arbeit, sondern sie müssen auch gegen eine sexistische Gesellschaft und patriarchalische und gewalttätige Familienverhältnisse kämpfen.
Die Geschichten dieser Menschen geben uns das Zeugnis eines zweigeteilten Italiens: einerseits die der Unterwelt, das die kollektive Missachtung der am stärksten ausgegrenzten Menschen ausnutzt, um sie auszubeuten und ihrer Würde zu berauben; andererseits jene, das trotz der Misshandlungen, des Rassismus und der Einschüchterung durch die Mafia und die Korporationen nicht aufgibt, um sich selbst zu retten.
Marco Omizzolo
Soziologe, Eurispes-Forscher, Präsident der Genossenschaft In Migrazione und Tempi Moderni a.p.s.. Er befasst sich mit Studien und Forschungsarbeiten zu den Themen Sozialdienste, Migration und organisierte Kriminalität. Er ist Autor von nationalen und internationalen Aufsätzen und Forschungsarbeiten, insbesondere über die Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Er arbeitet mit dem Masterstudiengang "Immigration" zusammen. Migrationsphänomene und soziale Veränderungen" an der Universität Ca' Foscari in Venedig und bei Redaktionen italienischer Zeitungen und Zeitschriften. Vor kurzem hat er "La Quinta Mafia" (RadiciFuture editore) und "Sotto padrone. uomini, donne e caporali nell'agromafia italiana" (Feltrinelli) veröffentlicht.