18.00 Uhr
Stadtbibliothek "C.Battisti" via Museo 47, Bozen

Präsentation des Buches von Samir Amin

 

Das ursprünglich 1988 veröffentlichte Buch „Eurozentrismus“ ist ein Klassiker des radikalen und alternativen Denkens, verfasst von dem bekannten ägyptischen Wirtschaftswissenschaftler, Politikwissenschaftler und Aktivisten Samir Amin (1931-2018).

In der zweiten, von Giorgio Riolo herausgegebenen Ausgabe werden Amins Überlegungen erweitert und bereichert. Er analysiert die ideologische Konstruktion des Eurozentrismus und untersucht, wie die menschliche Geschichte oft durch das Vorurteil der „weißen Überlegenheit“ interpretiert wurde.

 

Referent

Giorgio Riolo Herausgeber des Buches

Einführung und Moderation

Amerigo Sallusti Schriftsteller, sozialer Aktivist und internationaler Solidaritätsaktivist

 

Initiative in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek 'C. Battisti'

Die Veranstaltung findet in italienischer Sprache statt.

 

In Anwesenheit seines Herausgebers, Giorgio Riolo, untersucht das Buch, wie der Eurozentrismus ein Narrativ konstruiert hat, das dazu neigt, die Komplexität historischer und kultureller Dynamiken auf eine einzige Vision zu reduzieren, die oft die „Überlegenheit“ der westlichen Zivilisation hervorhebt.

Die Lesart, die das Buch vorschlägt, stellt diese eurozentrische Sichtweise in Frage und hebt stattdessen die kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Verflechtungen hervor, die Jahrhunderte und Kontinente überspannt haben. Mit kritischem Blick räumt das Buch mit dem Vorurteil von der Überlegenheit der westlichen Kultur auf und zeigt, wie andere, außereuropäische Zivilisationen eine grundlegende Rolle bei der Gestaltung der Weltgeschichte gespielt haben. Es unterstreicht, dass die Moderne kein ausschließliches Produkt Europas ist, sondern ein kollektives Konstrukt, das von zahlreichen Traditionen und Denksystemen aus allen Teilen der Welt beeinflusst wurde.

In seiner Einleitung zeichnet Riolo auch den Lebensweg Amins nach, von seiner Geburt in Ägypten bis zu seinem Studium in seiner Wahlheimat Frankreich.

Amin ist einer der Begründer der Schule, die den Kapitalismus als ein globales System betrachtet, dessen Zentrum (der Westen) die Entwicklung der Länder in der Peripherie verhindert, um deren Arbeitskraft zu verwerten und ihre natürlichen Ressourcen zu plündern. Im Vergleich zu den anderen Vertretern dieser Studienrichtung ist Amin jedoch derjenige, der am stärksten in den von Marx geprägten begrifflichen Instrumenten (insbesondere denen der Produktionsweise und der Gesellschaftsformation) verankert bleibt, diese aber in eine globale Dimension verlagert.

 

Giorgio Riolo hat als Direktor von Kulturvereinen und Zeitschriften gearbeitet. Er war verantwortlich für den Kulturverein Punto Rosso. Er gründete die Libera Università Popolare und die Edizioni Punto Rosso. Er hat vor allem Kurse zu philosophischen, historischen, wirtschaftlichen und literarischen Themen gehalten. Er hat verschiedene Essays und Artikel verfasst und veröffentlicht.