Öffentliche Veranstaltung
MIT
Elizabeth Green
EINFÜHRUNG UND MODERATION
don Paolo Zambaldi
Veranstaltung in italienischer Sprache
Laut der vierten Weltfrauenkonferenz (1995) ist Gewalt gegen Frauen eine Manifestation der geschichtlich ungleichen Beziehungen zwischen Männern und Frauen die zur Dominanz der Männer und zu Diskriminierung von Frauen geführt haben. Die männliche Gewalt gegen Frauen entspringt also nicht einfach einer schwierigen Situation oder einem kurzzeitigen Kontrollverlust, sondern sie ist Teil eines Systems von sozialen und kulturellen Zusammenhängen.
Somit ist Gewalt an Frauen Bestandteil der männlichen Vormachtstellung, oder anders gesagt, ein Teil des Patriarchats.
Anhand dieser Überlegungen fällt es uns leichter, die Art von traditioneller Gesellschaft zu verstehen, die sich in der Bibel wiederspiegelt. Sie zeigen auf, wie verbreitet diese Mentalität auch heute noch ist, trotz der bereits geschehenden Veränderungen.
In der Heiligen Schrift, die in einer patriarchalischen Gesellschaft entstanden ist, kann man die historisch ungleichen Beziehungen zwischen Männern und Frauen deutlich erkennen. Die erneute Betrachtung der weiblichen Figuren in der Bibel ist wichtig, um zu verstehen, wie diese Beziehungen dort dargestellt werden. So wird deutlich, wie der Bibeltext - bei unkritischer Auslegung – in der Lage ist, die männliche Vormachtstellung zu untermauern. Gleichzeitig können auf diese Weise mögliche Ungereimtheiten im Text erkannt werden, die der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern kritisch gegenüberstehen.
Elizabeth Green ist Pastorin in den evangelischen Baptistengemeinden Cagliari und Carbonia. Sie beschäftigt sich mit Theologie und Geschlechterfragen und hat mehrere Werke zu diesem Thema veröffentlicht. Elizabeth Green ist Mitglied im Coordinamento Teologhe Italiane.
Don Paolo Zambaldi hat das Priesterseminar in Brixen besucht und wurde am 26.06.2016 in Brixen zum Priester geweiht. Seit 2016 ist er Kaplan in verschiedenen Pfarreien in Bozen und seit September 2019 der geistliche Begleiter des Vereins „La Strada – der Weg“.