Theateraufführung
Ausmerzen“ ist ein Wort, das vom deutschen ‚aus März‘ abgeleitet ist, einem wohlklingenden Wort, das aber während des Nationalsozialismus die tragische Bedeutung von ‚Unterdrückung der Schwachen‘ annahm. Das Verdienst der Ausstellung ist es, einige wenig bekannte Aspekte des Nazi-Horrors zu erzählen und bekannt zu machen, vor allem, dass weit vor den zu vernichtenden Juden, Zigeunern und Homosexuellen Zehntausende von Deutschen und Deutschen waren: Kinder und Erwachsene mit Behinderungen, die als „lebensunwertes Leben“ galten.
Der eiskalte eugenische Entwurf der Nazis wurde vor allem an den „gescheiterten und erfolglosen“ Söhnen und Töchtern Großdeutschlands erprobt und wissenschaftlich umgesetzt.
Von und mit
Renato Sarti – italienischer Schauspieler, Dramatiker und Regisseur, Teatro della Cooperativa
und
Barbara Apuzzo – Schauspielerin
Texte von Marco Paolini
Theatervorstellung mit freiem Eintritt
Initiative im Rahmen des Projekts Remember Festival 2025
Die Theateraufführung findet in italienischer Sprache statt
Die Aktion T4 (nach der Adresse des Hauptquartiers der Einrichtung in Berlin, Tiergartenstraße 4) war die erste nationalsozialistische Massenvernichtung: die Eliminierung von 70.000 Deutschen und Deutschen, darunter Geisteskranke, Behinderte, Invaliden und Kinder mit Missbildungen.
Das Stück macht deutlich, wie eine neue Wissenschaft, damals Eugenik genannt, die Rassenhygiene betrieb, indem sie zunächst Sterilisationen und später physische Eliminierungen vornahm, eines der Elemente war, die die Entstehung des Nationalsozialismus begünstigten, und nicht andersherum.
Rassismus hatte es schon immer gegeben, aber Ende des 19. Jahrhunderts fand er eine rationale Bestätigung in der Wissenschaft und wurde zur staatlichen Eugenik, um den „gesunden“ Teil der Bevölkerung zu schützen. Und die deutschen Ärzte, die sich in großem Stil daran hielten, hatten nicht mehr die Aufgabe zu heilen, sondern die gesunden Gene zu verteidigen und die Schwachen und Verunreiniger der Ethnie zu vertreiben.
Barbara Apuzzo, eine behinderte Schauspielerin, tritt in der Show auf: Gerade ihre Figur macht die Show noch eindringlicher, denn, wie Apuzzo selbst sagt, wäre sie eines jener Leben gewesen, die als unwürdig angesehen wurden, gelebt zu werden.
Renato Sarti - Schauspieler, Regisseur und Dramaturg, ausgebildet am Institut für Dramatische Kunst in Triest und in Mailand als Schauspieler bei Giorgio Strehler. Viele Jahre lang arbeitete er mit dem Teatro dell'Elfo zusammen und wirkte in vielen Aufführungen unter namhaften Regisseuren wie Gabriele Salvatores mit. Im Jahr 2001 gründete er die Theatergruppe 'Teatro della Cooperativa'.
Barbara Apuzzo - Schauspielerin und Dramatikerin, hat von klein auf Theater-, Schauspiel- und Schreibkurse besucht und arbeitet bis heute im Theaterbereich. Sie leidet an Arthrogrypose und hat 2005 mit ihrem ersten Monolog „A Noce“ eine besondere Erwähnung beim Ustica-Preis für bürgerliches Theater gewonnen. Im Jahr 2009 debütierte sie mit ihrem zweiten Monolog Baba unter der Regie von Gianluigi Gherzi. Im Jahr 2017 veröffentlichte sie den Dokumentarfilm „Non è amore questo“ (Dies ist keine Liebe), in dem sie von ihren persönlichen Erfahrungen als behinderte Frau erzählt.